Newsletter 22: Herbergen und andere Quartiere am Jakobsweg/Teil 2

„Wenn Du im Herzen Frieden hast,
wird Dir die Hütte zum Palast.“
(Volksmund)

Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten wurde für mich das Leben in den Herbergen immer einfacher und entspannter.

>> Natürlich war es am Anfang ungewohnt, mit so vielen Menschen in einem Raum zu nächtigen, inklusive diverser Schnarch- und Hust-Geräusche und ich war froh Ohropax mitzuhaben. Die ersten Nächte schlief ich auch recht schlecht. Aber dann kam der Abend, wo ich so müde war, dass ich von 22 Uhr bis 6 Uhr tief und fest durchschlief – und das in einem Raum mit 50 Personen und in einem Stockbett mit durchgehangener Matratze! 

Die Abläufe waren in jeder Herberge sehr ähnlich:

~ Als erstes mussten wir uns beim Hospitalero (Herbergsvater) anmelden und wir bekamen einen Stempel in den Pilgerpass.

~ Daraufhin wurde entweder ein Bett zugeteilt oder man konnte sich seinen Schlafplatz selbst aussuchen.

Wie ich schon im letzten Newsletter erwähnt habe, galten in den Herbergen eigene Regeln => siehe Newsletter 21  und die Hospitaleros sorgten für Ordnung und Sauberkeit. Meistens mussten wir auch unsere Wanderschuhe vor dem Schlafsaal deponieren … was sicher für alle ein Vorteil war ;-).

~ Anschließend packte ich meine Sachen aus und rollte den Schlafsack aus. Danach gab ich einige Tropfen meines Duftöls auf ein Taschentuch und legte dieses in den Schlafsack. Wenn ich später schlafen ging, duftete es gut und ich hatte ein heimeliges Gefühl.

Das Aus- und Einpacken des Rucksackes wurde im Laufe der Zeit immer mehr zur Routine. Nach einigen Tagen konnte ich morgens sogar im Finstern problemlos ein- und umpacken.

~ Nachdem ich sozusagen mein Bett belegt hatte ging es zum Duschen, Haare und Wäsche waschen und dann war „Freizeit“.

Diese Zeit war meistens sehr entspannend:
ich schrieb in mein Tagebuch, reflektierte über meine Erlebnisse und plauderte mit den anderen Pilgern.
Dabei erfuhr ich so wichtige Dinge wie:
Wo gibt es was zu essen, welche der nächsten Herbergen sollte ich besser meiden, wo ist es empfehlenswert usw.

Diese „Pilgerpost“ funktionierte bestens, da viele Peregrinos den „Camino“ schon öfter gepilgert waren. Zusätzlich gab es Pilgerguppen die tagsüber oder oft auch mehrere Tage getrennt gingen, sich aber mit SMS über diese Belange informierten. Ich lernte sogar ein Paar kennen, das den Jakobsweg „verkehrt“ ging – also von Santiago de Compostela nach Pamplona … ;).

So war auf dem „Camino“ alles möglich und die verschiedenen Eigenheiten wurden ohne Probleme toleriert, akzeptiert und respektiert.
Es war ein sehr friedvolles und fürsorgliches Miteinander, welches ich in dieser Form, kaum woanders erlebt habe.

Ein berührendes Erlebnis blieb mir dabei besonders in Erinnerung.
Es war schon am späteren Nachmittag. Ich saß mit einigen Peregrinos in der Nähe der „Rezeption“ der Herberge, als eine ältere Pilgerin (ca. 75 Jahre) aus Kärnten (!) ankam. Die Hospitalera (Herbergsmutter) teilte ihr mit Bedauern mit, dass leider schon alle Schlafplätze belegt seien.
Ein junger Spanier (ca. 20 Jahre), der diese Szene beobachtet hatte, erklärte sich daraufhin bereit der Kärntnerin seinen Schlafplatz zu überlassen und meinte, er sei noch jung und könne auch auf dem Boden schlafen. Auf einmal begannen mehrere Spanier lebhaft miteinander zu reden (da hab ich leider nichts verstanden ;.) …  und … nach ein paar Minuten hatten sie eine Matratze organisiert, sodass der junge Spanier nicht am Boden schlafen musste …

In meinem heutigen Newsletter geht es um
>> ein friedvolles Miteinander
Viel Spaß beim Teil 22 meiner Newsletter-Serie

 


Gedanken für ein friedvolles Miteinander – gerade jetzt in der (Vor)Weihnachtszeit

Im Advent und während der Weihnachts-Feiertage ist der Wunsch nach einem harmonischen und friedvollen Miteinander meist sehr groß. Aber irgendwie will das oft nicht so richtig gelingen und häufig ist es schwierig, die vielen verschiedenen Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Mich hat auf meinem Jakobsweg immer wieder verwundert, wie in den Herbergen –  mit so vielen, so verschiedenen Menschen, auf doch sehr engem Raum – dieses friedvolle Miteinander möglich war.

Dieses Thema hat mich auch während des Weges beschäftigt und es haben sich für mich 3 Punkte herauskristallisiert:

> Wir hatten alle dasselbe Ziel

> Es gab in den Herbergen eine gewisse Grundstruktur und Regeln, an die wie uns halten mussten und die das Herbergsleben vereinfachten.

> Wir respektierten, tolerierten und unterstützten uns gegenseitig

Mit diesen Gedanken möchte ich mich bei Ihnen für das Lesen und das Interesse an meinen Pilgererlebnissen und auch für die netten Feedbacks sehr herzlich bedanken.
Im Neuen Jahr geht es natürlich weiter.


> Gibt es derzeit verschiedene Herausforderungen und Veränderungen in Ihrem Leben?
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