Newsletter 5: Mein Pilgerleben – erste Erfahrungen und Erkenntnisse

 Wohin Du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen“
(Konfuzius).
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Die ersten Tage meines Jakobsweges waren natürlich aufregend, alles war neu und unbekannt. Es war ungewohnt, einfach so in den Tag hinein zu gehen / leben, nichts planen und organisieren zu müssen, keine Termine zu vereinbaren …
Zusätzlich war es spannend nicht zu wissen: Was wird der Tag bringen? Wie lange werde ich gehen, wo werde ich schlafen, wo und wann werde ich essen?

Obwohl vieles ungewiss und nicht planbar war, folgten die Tage einem bestimmten Rhythmus:
~ Aufstehen zwischen 5.30 und 6.00 Uhr
~ Pilgern bis zum Nachmittag
~ Dazwischen einige Pausen und Essen
~ Einkehren in eine Herberge
~ Auspacken und Schlafsack auf dem Schlafplatz deponieren
~ Duschen
~ Wäsche waschen
~ Essen
~ Tagebuch schreiben
~ Mit anderen Pilgern plaudern
~ Nachtruhe um 22.00 Uhr – um diese Zeit wurde in den meisten Herbergen das Licht ausgeschalten und das Haustor zugesperrt.

Für mich kristallisierte sich heraus, dass es 3 Grundbedürfnisse gab und dass die ersten 2 Punkte – vor allem zu Beginn – mit etwas Stress verbunden waren:
> einen Schlafplatz
> etwas zum Essen
> saubere Wäsche

Ich pilgerte Jakobsweg12klim Durchschnitt 25 km/Tag, das waren ca. 7-9 Stunden, die ich unterwegs war. Da hatte ich natürlich genug Zeit, um über einiges nachzudenken und meine Erlebnisse zu reflektieren.
Am Camino war das Leben auf wenige Grundbedürfnisse reduziert und Ursachen und Auswirkungen machen sich sofort bemerkbar. Oft ging es darum im Moment eine Entscheidung zu treffen und eine Gelegenheit zu nützen,  eine Fehlentscheidung oder eine verpasste Chance war sofort spürbar => siehe weiter unten beim Essen.

In meinem Pilgerführer waren zwar Herbergen, Geschäfte und Lokale angegeben, aber die existierten leider nicht immer.

Stressthema 1: Der Schlafplatz 
Wenn ich am frühen Nachmittag eine Herberge erreichte, musste ich mich entscheiden – bleibe ich in dieser Herberge oder gehe ich weiter und nehme in Kauf, dass es die nächste Herberge vielleicht gar nicht gibt oder dass kein Platz mehr frei ist.
Ich hörte nämlich immer wieder, dass viel mehr Pilger unterwegs waren, als es Schlafmöglichkeiten in den Herbergen gab und das verursachte in mir schon etwas Stress. Das war mitunter der Grund – neben dem heißen Wetter – dass viele (vor allem die Pilgerneulinge so wie ich) sehr zeitig aufstanden, um möglichst am frühen Nachmittag in einer Herberge zu sein, einen Schlafplatz zu bekommen und trotzdem das Tages-Geh-Pensum zu erreichen.

Stressthema 2: Das Essen 
Eine Herausforderung, mit der ich nicht gerechnet hatte, war das Essen. In den Herbergen gab es nur ab und zu die Möglichkeit zu frühstücken und Abend zu essen. Die Öffnungszeiten der Lokale, Supermärkte und Geschäfte waren sehr unterschiedlich, vor allem in den sehr ländlichen Gegenden.

>> Die sehr ländlichen Gegenden waren „so ländlich“ – da wuschen die Frauen die Wäsche im Freien mit einer Wäscherumpel und ich fühlte mich manchmal ins letzte Jahrhundert zurückversetzt.

Da konnte es schon passieren, dass ich an einem Lokal vorbei kam und mir dachte „das schaut ja nicht so einladend aus, aber es gibt ja in 4 km das nächste …“. Die nächste Gaststätte gab es manchmal gar nicht oder sie hatte geschlossen und dann musste ich hungrig weitergehen (bisweilen mehr als 15 km!). Das mag für viele Menschen kein besonders Problem sein … aber … diejenigen die mich persönlich kennen wissen, ich bin selten grantig und schlecht gelaunt, außer – wenn ich Hunger habe.
Das heißt, ich lernte schnell mich zu entscheiden, Gelegenheiten zu nützen und meine Vorurteile abzubauen. Oft war es so, dass es gerade in den Lokalen, die von außen nicht so einladend wirkten, besonders nett war. Es kochten die Mamas und Omas und das Essen war sehr lecker. Zusätzlich konnte ich ein bisschen spanisch sprechen und dadurch meine Spanischkenntnisse etwas verbessern.
Mein Fazit: es wäre schade gewesen, wenn ich diese Gelegenheit nicht genützt hätte.

In meinem heutigen Artikel geht es um folgende Themen
>> Ursache und Wirkung
>> Gelegenheiten nützen

Viel Spaß beim Teil 5 meiner Newsletter-Serie


Jakobsweg4

Wie SIE ab jetzt die Ursachen/Auslöser setzen, um die (Aus)Wirkungen zu erhalten, die SIE wollen und was für Vorteile es bringt Gelegenheiten zu nützen

Am Jakobsweg war es einfach den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu erkennen, denn die Folge war unmittelbar und deutlich spürbar (siehe Essen).
Im normalen Alltag ist das schon schwieriger. Die Zeitpunkte von Ursache und Wirkung können weit auseinander liegen und manchmal kann man sich an das Ursprungsereignis gar nicht mehr erinnern. Es passieren scheinbar „zufällig“ Ereignisse und dann taucht die Frage auf „warum passiert gerade das?“
Für manche unerwünschten Ergebnisse gibt es häufig nicht nur eine Aktion – wenn ich ein paar Kilo zuviel auf die Waage bringe ist das nicht weil ich nur einmal mehr gegessen habe …

Ihre Vergangenheit können Sie leider nicht mehr ändern, Sie können aber lernen und üben in Zukunft einiges anders zu gestalten.

> Nützen Sie die Gelegenheiten, die sich Ihnen anbieten wirklich – trauen Sie sich!
> Ändern Sie hinderliche Einstellungen und legen Sie Vorurteile ab
> Machen Sie ausreichend und regelmäßig Bewegung

Menschen, die wir oft als „Glückspilze“ bezeichnen und denen scheinbar alles mühelos gelingt, haben meist die Eigenschaft, Gelegenheiten zu nützen, Entscheidungen zu treffen und sie haben den Mut die Komfortzone zu verlassen. Es sind fast immer auch Personen, denen körperliche Fitness wichtig ist, die sich gerne bewegen und dadurch Bewegung in ihr Leben bringen.


! Mein Tipp – Gehen Sie 10.000 Schritte am Tag

Sie haben sicher schon davon gehört, dass es optimal ist ca. 10.000 Schritte am Tag zu gehen. Das ist förderlich für Ihre Fitness, Verdauung, unterstützt beim Abnehmen, sorgt für einen besseren Schlaf und steigert das Wohlbefinden.
Es gibt mittlerweile jede Menge Schrittzähler und auch Apps fürs Handy.

Natürlich haben wir alle viel zu tun, doch „Zeitmangel“ sollte Sie nicht davon abhalten etwas für sich und Ihre Gesundheit zu machen.

Daher – integrieren Sie die „Schritte“ in Ihren Alltag:
Fahren Sie kurze Strecken nicht mit dem Auto, gehen Sie 1 -2 Straßenbahn- oder Busstationen zu Fuß. Das kostet Sie keine bis wenig Zeit und Sie ersparen sich teilweise das Warten. Sie werden erstaunt sein, wie viele Schritte das bringt, denn auch kleine Wege summieren sich im Laufe des Tages.

Vielleicht wollen Sie sich ein bisschen mehr Zeit für sich und Ihr Wohlbefinden gönnen?
Spazieren oder (nordic)walken Sie bewusst mit kräftigen Schritten. Wenn Sie dabei zusätzlich Ihre Arme gegengleich schwingen, aktivieren Sie Ihre Gehirnhälften. Das macht den Kopf frei und wirkt sich positiv auf Ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit aus.

Viel Spaß und Erfolg damit !


>> Haben Sie vor den Jakobsweg zu gehen? Gerne gebe ich Tipps und meine Erfahrungen weiter.

>> Für verschiedene Themen und Herausforderungen auf Ihrem persönlichen Lebensweg, biete ich Ihnen die Möglichkeit eines kostenlosen Kennlerngespräches an. In dieser ca. ½ Stunde durchleuchten wir gemeinsam Ihre aktuelle Situation und besprechen eine mögliche weitere Vorgangsweise.

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