Newsletter 9: Mein Jakobsweg – Die Geschichte vom Golfplatz

 „Aus jedem Tag das Beste zu machen, das ist die größte Kunst.“
(Henry David Thoreau).
 .
 „Golfplatz? Was hat ein Golfplatz mit dem Jakobsweg zu tun?“ werden Sie sich jetzt fragen.

Es war in der zweiten Woche meines Jakobsweges. Ich stand, wie immer, sehr früh auf. In der Herberge gab es keine Möglichkeit zu frühstücken, aber lt. meinem Pilgerführer sollte in ca. 8 km (2 Stunden Gehzeit) ein Lokal sein. Es war kühl, bewölkt und finster und nach ein paar Kilometern begann es immer heftiger zu regnen. Ich war schon etwas hungrig, freute mich auf ein Frühstück und auf die Möglichkeit mich etwas zu trocknen. Aber – das Lokal gab es nicht mehr!

In meinem Pilgerführer las ich, dass sich das nächste Lokal erst in ca. 15 km (3-4 Stunden Gehzeit!) befinden sollte, ebenso das nächste Geschäft bzw. Supermarkt.

Wie ich schon erwähnt habe, bin ich selten grantig, außer wenn ich hungrig bin – wenn es zusätzlich noch schüttet und kalt ist ….

Missmutig pilgerte ich weiter und da kam mir schon der Gedanke „Warum tu ich mir das an“. Aber es blieb mir nur übrig weiterzugehen und je schneller ich gehen würde, desto früher würde ich etwas zu essen bekommen.

Nach ca. ½ Stunde sah ich auf einmal eine Tafel:
„Campo de Golf“(Golfplatz)***** – 500m“.

Ich begann zu überlegen: „Ich spiele zwar nicht Golf, aber auf einem Golfplatz gibt es wahrscheinlich ein Café oder ein Restaurant. Aber … wenn es so etwas gibt, dann vielleicht nur für Mitglieder und mein Outfit ist ja auch nicht gerade 5 Sterne würdig“.
Ich trug natürlich Wanderkleidung und meine Riesen-Regenkutte.
Die 500 Meter bis zu Golfplatz purzelten die verschiedensten Gedanken durch meinen Kopf: „Ich kann ja einmal fragen. Mehr als ein Nein kann nicht sein und es besteht ja immerhin die Möglichkeit, dass ich ein Frühstück bekomme“.

Auf einmal sah ich den „Campo de Golf“. Es sah alles sehr edel und fein aus und beinahe hätte mich mein Mut wieder verlassen, aber mein Hunger hat mich dann doch motiviert hineinzugehen.

Ich betrat die Rezeption und fragte die elegante Rezeptionistin auf Spanisch (wieder einmal war ich froh über meine Mini-Spanischkenntnisse), ob ich hier ein Frühstück bekommen könnte. Die Rezeptionistin antwortete „ja, natürlich“ und zeigte mir den Weg zum Restaurant. Dort wurde ich von der Kellnerin freundlich begrüßt, sie half mir sogar aus meiner Regenkutte.
Ich bekam ein super leckeres Frühstück: einen sehr guten Kaffee (das gab es auf dem Camino nicht immer), ein frisches Baguette mit Butter, ein Ei, ein Croissant, Marmelade, Wasser und Orangensaft.
Außer mir waren noch ein paar andere Leute im Restaurant, die mich anlächelten und mich fragten, ob ich auf dem Weg nach Santiago de Compostela sei.

Nachdem ich gefrühstückt hatte, machte ich mich weiter auf den Weg. Meine Laune hatte sich natürlich verbessert, obwohl es noch immer regnete und kühl war. Ich war froh und zufrieden, dass ich meinem ersten Impuls gefolgt war und mich überwunden und getraut hatte hineinzugehen.
Außerdem hatte sich wieder einmal bestätigt, dass viele Befürchtungen und Überlegungen einfach unbegründet sind und dass aus ungewollten und ungeplanten Situationen durchaus etwas Positives und Erfreuliches entstehen kann.

 

<< Dieses Foto entstand ca. 1 Stunde nach meinem Besuch am Golfplatz.

 

PS: Nach ca. 4 Stunden kam ich zu dem Lokal, welches im Pilgerführer angegeben war. Dort traf ich einige „Peregrinos“ die mir etwas frustig erzählten, dass es schon sehr schlimm sei hungrig und bei Regen zu gehen. Sie hatten zwar den Golfclub gesehen, waren jedoch nicht auf die Idee gekommen hineinzugehen.

 

In meinem heutigen Artikel geht es um
>> aus ungewollten und ungeplanten Situationen das Beste zu machen

Viel Spaß beim Teil 9 meiner Newsletter-Serie


Wie SIE aus ungewollten und ungeplanten Situationen das Beste machen können

Sie kennen das sicher: Sie haben etwas wunderbar geplant, sei es ein Urlaub, eine Unternehmung, ein Projekt, ein neues Ziel … und haben konkrete Vorstellungen, wie es sein soll. Alles läuft bestens, bis auf einmal Situationen eintreten, mit denen Sie überhaupt nicht gerechnet haben, die nicht in Ihren Plan passen und auf einmal ist alles anders.
Nachdem Sie aber, vielleicht nach kürzerem oder längerem Hadern, Ihre Vorstellungen losgelassen haben und bereit für einen Plan B waren, hat sich die neue Situation manchmal sogar als die Bessere herausgestellt. Im Nachhinein waren Sie möglicherweise sogar erfreut darüber und etwas stolz auf sich, dass Sie diese Situation gemeistert haben.

Wie heißt es so schön: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“. Sie können auch bei Regenwetter das Beste daraus machen. Wenn Sie die passende Regenkleidung anziehen, können Sie trotzdem hinausgehen und den Tag genießen.
Das können Sie auf alle Bereiche Ihres Lebens übertragen.

Hier ein paar Denkanstöße für Sie:
> Erinnern Sie sich an Situationen, wo etwas Unvorhergesehenes passiert ist und Sie das Beste daraus gemacht haben?
> Wie haben Sie sich danach gefühlt?
> Fällt es Ihnen leicht ungeplante Ereignisse anzunehmen?
> Fällt es Ihnen leicht fixe Vorstellungen loszulassen?
> Ist bei Ihnen das Glas halbvoll oder halbleer?
> Sind Sie kreativ?
> Folgen Sie Ihren ersten Impulsen?

Die wirklich guten Geschichten sind oft die, die wir nicht geplant haben und die uns zu Beginn etwas herausforderten. Häufig sind es im Nachhinein jene Erlebnisse, an die wir uns immer wieder gerne erinnern und darüber erzählen.

Würde immer alles nach Plan laufen – wäre das nicht etwas fad?
Sind es nicht diese speziellen Erlebnisse, die unser Leben bunter und spannender gestalten?

Wenn an diesem Tag am Jakobsweg das Wetter schön gewesen wäre und ich in der Herberg frühstücken hätte können – ich wäre nie auf die Idee gekommen in den Golfclub hineinzugehen.
Und … ich wäre um ein wirklich nettes Erlebnis und um eine Geschichte ärmer.

Welche ZUTATEN sind nun hilfreich, das Beste aus ungewollten Situationen zu machen?

>> Eine positive Einstellung:
Wie interpretieren Sie ungewollte und ungeplante Situationen und vielleicht bereiten Ihnen ja Herausforderungen sogar Spaß?
Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die positiven Dinge in Ihrem Leben

>> Annehmen und Loslassen:
Lernen Sie ungewollte Situationen anzunehmen und fixe Vorstellungen loszulassen, das nimmt Ihnen viel Druck und macht den Weg frei um neue Lösungen zu finden.

>> Humor:
Nehmen Sie manche Dinge mit Humor, schmunzeln Sie und lachen Sie über sich selbst. Lachen baut Stress ab, entspannt und macht den Kopf frei.

>> Kreativität:
Trainieren Sie Ihre Kreativität und lassen Sie sich überraschen, was Ihnen so alles einfällt. Das kann durchaus etwas „Unsinniges“ sein, selbst die ungewöhnlichsten Ideen können sich verwirklichen.
Folgen Sie Ihrem ersten Impuls und handeln Sie ab und zu spontan.

>> Achtsamkeit:
Seien Sie achtsam, damit sie bemerken was auf Sie zukommt. Ich hätte mir nie gedacht, dass ein Golfplatz einmal eine Rolle auf meinem Jakobsweg spielen würde.

>> Mut:
Haben Sie ab und zu den Mut etwas Ungewöhnliches zu tun und die Komfortzone zu verlassen.


! Mein Tipp: Führen Sie ein POSITIV-Tagebuch

Machen Sie es sich zu Angewohnheit, am Ende jeden Tages zu reflektieren, welche 3 positiven Ereignisse passiert sind und schreiben Sie diese in ein hübsches Heft. Das können mitunter „kleine“ Angelegenheiten sein, wie z.B. Sie haben das letzte Weckerl im Supermarkt bekommen, es hat Sie jemand auf der Straße angelächelt, Sie haben den Bus/Straßenbahn noch erwischt uvm.

Sie werden staunen, was da im Laufe der Zeit zusammenkommt.
Auf diese Weise trainieren Sie Ihre Fähigkeit positive Dinge wahrzunehmen.

Sie können das natürlich auch „nur“ gedanklich tun. Wenn Sie es jedoch aufschreiben, wirkt es intensiver, Sie können an nicht so guten Tagen darauf zugreifen und sich schneller wieder positiv motivieren.

Viel Spaß und Erfolg damit !


>> Wenn Sie vorhaben den Jakobsweg zu gehen, gebe ich Ihnen gerne Tipps und meine Erfahrungen weiter.


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Ab Oktober biete ich monatlich 4 neuen Interessenten je ein kostenloses Wegweiser-Gespräch an.
In diesem Kennlerngespräch, das ca. ½ Stunde dauert, durchleuchten wir gemeinsam Ihre aktuelle Situation und besprechen eine mögliche weitere Vorgangsweise.

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